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2. Februar 2021: Sicherer Übergang in eine saubere Zukunft

Christian Pegel zu Nord Stream 2

Ein Thema hat in den letzten Wochen die Gemüter besonders erhitzt: die Gründung der Klima- und Umweltschutzstiftung Mecklenburg-Vorpommern. Als Landesregierung schaffen wir mit dieser Stiftung ein Instrument, um Ideen und Projekte im Bereich des Klima- und Umweltschutzes von Unternehmen, Wissenschaft und lokalen Initiativen zu unterstützen, aber auch um eine wirksame Bürgerbeteiligung bei den Themen Energiewende, Klimaschutz und Umweltschutz zu ermöglichen. Gerade viele junge Menschen gehen für den Erhalt unseres Planeten auf die Straße – zu Recht! Diesem Wunsch wollen wir mit dem Hauptzweck der Stiftung folgen. Dafür wird die Nord Stream 2 AG in den nächsten 20 Jahren rund 60 Mio. € privates Geld an die Stiftung zuwenden. Wofür das Geld ein-gesetzt wird, entscheidet dann aber die Stiftung selbst mit ihrem Stiftungsvorstand, dem Erwin Sellering vorsitzt.

78 Prozent Foto: SPD M-V

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78 Prozent der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind der Ansicht, dass wir auf absehbare Zeit weiter Erdgas benötigen. 71 Prozent finden, dass Nord Stream 2 zur Sicherstellung der Erdgasförderung benötigt wird.

Die Stiftung darf – wenn es nötig wird – als Nebenzweck einen wirtschaftlichen Betrieb unterhalten. Dieser Nebenzweck soll möglich machen, auf die ungerechtfertigten Sanktionsdrohungen der USA gegen das Nordstream 2-Projekt zu reagieren. Die Stiftung soll besonders seltene Baumaterialien und Maschinen, die für die Fertigstellung der Erdgas-Pipeline in den kommenden Monaten unumgänglich sind, kaufen und lagern können, bis sie gebraucht werden. Das hilft den Firmen, die solche Produkte später nicht mehr verkaufen könnten, weil sie dann sanktionsgefährdet wären, sich dies aber wegen ihrer Abhängigkeit von weltweiten Folgeaufträgen im Pipelinebau nicht erlauben können.

Passen Gas und Energiewende zusammen? Der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland ist eine der wesentlichsten politischen und gesellschaftlichen Auf-gaben in den kommenden Jahren. Dafür stehe ich seit Jahren – auch bei deutlichem Gegenwind. M-V ist hier-durch schon besonders erfolgreich. Rechnerisch stammen 180 % des jährlichen Stromverbrauchs in M-V aus erneuerbarem Strom. Aber damit ist die Energiewende noch nicht geschafft. Wenn Sonne und Wind nicht ausreichend Strom erzeugen, brauchen wir Alternativen. Atom- und Kohlestrom sind das nicht. Speicher und Wasserstofftechnologien sind noch nicht so weit. Die Brücke bis da-hin ist Gas, damit Energieversorgung und Bezahlbarkeit sicher bleiben. Da Europas eigene Gasförderung drastisch abnimmt, geht es nicht um mehr Gas, sondern nur um Sicherung der Brückentechnologie.

Der Hauptzweck der Stiftung ist aber die Förderung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten. Die Stiftung sollte in den kommenden Jahren an ihren Taten gemessen werden. Denn Energiewende und Klimaschutz leben von praktischem Umsetzen, nicht von theoretischen Reden.

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