„Regine-Hildebrandt-Preis“ 2011 geht nach Mecklenburg-Vorpommern

 

Der „Regine Hildebrandt-Preis“ 2011 geht in diesem Jahr an den „Verein Rothener Hof e. V.“ und an „Quillo – Neue Musikvermittlung auf dem Land“. Dies gab die Jury für die Vergabe des „Regine-Hildebrandt-Preises“ nach ihrer gestrigen Sitzung bekannt.

Der mit 20.000 Euro dotierte Preis für herausragendes Bürgerengagement wird damit an zwei Projekte vergeben, die sich in besonderer Weise für das zivilgesellschaftliche Engagement in den vom Strukturwandel betroffenen ländlichen Regionen Ostdeutschlands verdient machen. Im zehnten Todesjahr erinnert die Jury damit auch an die Bedeutung von Kunst und Musik im Leben von Regine Hildebrandt.

Zu den Preisträgern:

Der Verein „Rothener Hof e. V.“ bearbeitet seit seiner Gründung vor 10 Jahren die Folgen des Strukturwandels in der ländlichen Region des Landkreises Parchim (Mecklenburg-Vorpommern). Durch engagierten Einsatz wurde der Rothener Hof vor dem drohenden Verfall gerettet und etabliert sich inzwischen als geistiges, soziales und kulturelles Zentrum der Region. Neben einer Schreinerei, Schmiede und dem Cafe wurde ein Fußballplatz auf dem Vereinsgelände gebaut. Aktionen wie „Kunst Offen“ oder der „Tag des offenen Gartens“ und der „regionale Markt“ locken Hunderte Gäste ins Dorf. Breiten Raum nehmen Angebote für Kinder wie z. B. Malkurse, Kinderzirkus und Kochkurse ein. Bewohner einer Einrichtung für Alkohol- und Suchtkranke wirkten am Ausbau des Vereinsgebäudes mit. Im Verein engagieren sich Menschen aus Ost- und Westdeutschland. Sie tragen mit ihrer Arbeit zum Abbau von Vorurteilen bei. Der Verein betreibt Aufklärung über völkisch-rassistische Gruppierungen im Raum Güstrow und bekämpft damit die Ausbreitung von rechtsradikalem Gedankengut.

„Quillo – Neue Musikvermittlung auf dem Land“ – Die Kammerphilharmonie Uckermark e. V. und das Ensemble Quillo (Land Brandenburg) arbeiten seit ihrer Gründung im Bereich der Musik- und Kulturvermittlung in den strukturschwachen Regionen der Uckermark. Dabei werden in besonderer Weise Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen und bildungsfernen Familien in die Arbeit einbezogen. Über die Projekte Junge Opernwerkstätten, Landmusik und die Film-Musik-Projekte erhalten Kinder und Jugendliche Zugang zu Musikinstrumenten, Komposition, aber auch zur bildenden Kunst und Tontechnik. In den Jungen Opernwerkstätten werden in Eigenregie Kostüme kreiert, Bühnenbilder gebaut und über mehrere Monate Opernaufführungen entwickelt. Das Projekt Landmusik bietet Kindern die Möglichkeit, kostenfrei ein Blechblasinstrument zu erlernen. Die Film-Musik-Projekte ermöglichten den Kindern und Jugendlichen und weiteren Dorfbewohnern als Darsteller und Mitarbeiter die Produktion des Films „Sie wissen es nicht, aber sie tun es.“ Im Rahmen des Projektes wurden 40 Musikinstrumente von Langzeitarbeitslosen gebaut, die den Kindern der Kooperationsschulen zugute kamen.

Der Jury des „Regine-Hildebrandt-Preises“ gehören an: Dr. Christine Bergmann (Schirmherrin), SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, Petra Heß, Frauke Hildebrandt, Marion Hildebrand, Sigrid Keler, Carla Kniestedt, Dr. Gerlinde Kuppe, Ingrid Stolpe und Simone Violka.

Soziales Engagement und der Gedanke der Solidarität prägten das Leben von Regine Hildebrandt. Der nach ihr benannte Preis wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vergeben und soll in erster Linie gesellschaftliche Initiativen würdigen, die sich im Sinne dieser außergewöhnlichen Frau und großen Sozialdemokratin engagieren.

Der Preis wird am 26. November 2011, dem Jahrestag des Todes von Regine Hildebrandt, verliehen. Die Preisverleihung findet im Willy-Brandt-Haus in Berlin statt.

Regine Hildebrandt