Neuer Juso-Landesvorsitzender Yannick van de Sand im Interview

 
Foto: SPD-MV
 

Seit zwei Monaten ist Yannick van de Sand, 22 Jahre alt und Student aus Greifswald Juso-Landesvorsitzender. Grund genug, ihm ein paar Fragen zu stellen.

 

Die Jusos wollen sich verstärkt dem Thema Umwelt widmen. Warum?

Wir wollen uns zukünftig diesem Thema verstärkt widmen, da das Thema Umwelt in der Vergangenheit oft etwas stiefmütterlich behandelt wurde und viel zu oft einfach den Grünen oder der Grünen Jugend überlassen wurde. Dem wollen wir auch angesichts der Tatsache, dass das Thema Umwelt auch eines ist, was viele junge Menschen bewegt, nachkommen, indem wir auf unserer Sommerakademie am 23.8. eine Projektgruppe „Umwelt und Nachhaltigkeit“ konstituieren. Die ersten Themen, mit denen sich die Projektgruppe beschäftigen wird sind zum einen der Schutz der Bienen und zum anderen das Thema Landwirtschaft und vor allem, wie wir zu einer nachhaltigeren und ökologischeren Landwirtschaft kommen und die Pestizidbelastung der Lebensmittel, sowie die Nitratbelastung der Böden in MV verringern können.

Zudem habt ihr einige Beschlüsse zur Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gefasst...

Die Arbeits- und Sozialpolitik ist natürlich eines der Kernthemenfelder der Jusos. Deshalb haben wir auf der diesjährigen LaKo unter anderem einen umfangreichen Antrag zur Digitalisierung der Arbeit beschlossen, wo wir uns unter anderem mit den Auswirkungen, die die Digitalisierung zum einen auf die Art und Weise, wie wir in Zukunft arbeiten beschäftigen und zum anderen ganz all- gemein damit beschäftigen, wie wir mit der drohenden Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen aufgrund des digitalen Fortschritts umgehen, wobei in allen dieser Punkten der Schutz der Arbeitnehmer*innen für uns an erster Stelle steht. Einige der Forderungen von uns sind daher unter anderem die Einführung der 30h-Woche bei vollem Lohnausgleich, die Einführung einer sogenannten „Maschinensteuer“, die Einführung eines öffentlichen Beschäftigungssektors, die Erhöhung des Mindestlohnes auf 12,50€/Std., die Schaffung eines neuen, sanktionsfreien und modernen Grundsicherungssystems und die Einführung einer Mindestauszubildendenvergütung. Des Weiteren haben wir einen Antrag zu einem Verbot der unterschied- lichen Bezahlung von Frauen* und Männern*beschlossen, der als Sanktion für unterschiedliche Bezahlung eine Strafe in Höhe von bis zu 3% der gesamten Lohnkosten des Unternehmens vorsieht. Bezugnehmend auf die Forderung im Digitalisierungsantrag haben wir noch einen Antrag beschlossen, der einen ersten Aufschlag zu einer Debatte um ein Nachfolgesystem von Hartz IV anstoßen soll.
 
Wie bewertest du die bisherigen Ergebnisse des Erneuerungsprozesses der SPD-MV?

Bei der Erneuerung der SPD in MV bin ich recht optimistisch. Zum einen haben wir mit Manuela eine Parteivorsitzende, die der Erneuerung und Veränderung und dabei auch den Vorschlägen von uns Jusos offen gegenübersteht und gerne mit uns ins Gespräch kommt. Zum anderen haben wir schon die ersten Maßnahmen auf den Weg gebracht, zum Beispiel der Beschluss des letzten Landesparteitages, dass zukünftig die Arbeitsgemeinschaften jeweils eine*n Delegierte*n auf dem Parteitag stellen. Jetzt bin ich natürlich gespannt auf die weiteren Entwicklungen in diesem Bereich. Dazu wurde eine Lenkungsgruppe vom Landesvorstand einberufen, die am 24.8. das erste Mal tagt und in der ich für die Jusos sitze und mich aktiv einbringen werde.